Häufig gestellte Fragen und ihre Antworten

Hier finden Sie Fragen, die uns häufig gestellt werden. Wir geben die Antworten.

Was umfasst das Projekt EUGAL?

Nach derzeitigem Stand wird die EUGAL von der Ostsee durch die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen in südlicher Richtung bis nach Tschechien führen. Von Lubmin bis Adelsdorf im Norden Sachsens wird die EUGAL als Doppelleitung geplant. Von dort soll sie als Einzelleitung bis zur Anbindung an das System des tschechischen Netzbetreibers Net4Gas hinter Deutschneudorf fortgesetzt werden.

Die EUGAL wird im Norden nahe der Empfangsstation in Lubmin über eine leistungsfähige Netzkopplung mit der Fernleitung NEL verbunden. Im Bereich der geplanten Verdichterstation im Raum Radeland wird EUGAL zudem mit der JAGAL verbunden, um so die Verbindungen gen Osten zu stärken. Anders als das Vorgängerprojekt OPAL wird EUGAL als voll regulierte Pipeline zu 100 Prozent in das deutsche Marktgebiet GASPOOL integriert. 

Wann soll gebaut werden?

Der Bau der Gas-Anbindungsleitung EUGAL ist auf mehrere Jahre angelegt. Die behördlichen Genehmigungsverfahren werden in jedem Bundesland einzeln durchgeführt und haben im zweiten Quartal 2016 mit den Antragskonferenzen zum Raumordnungsverfahren in Sachsen und Brandenburg begonnen. 2017/2018 schließen sich die Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung in den jeweiligen Bundesländern an. Nach erfolgreicher Genehmigung wird etwa ab Mitte 2018 bis Ende 2019 der erste Leitungsstrang errichtet und anschließend in Betrieb genommen. Der Bau des zweiten Leitungsstrangs findet in Teilbereichen zeitlich parallel statt. Er wird allerdings erst rund ein Jahr später durchgehend fertiggestellt sein und in Betrieb genommen werden.

Der Bau der Empfangsstation soll im Januar 2018 starten und Ende 2019 abgeschlossen sein. Die Verdichterstation in Brandenburg wird zeitgleich mit dem zweiten Leitungsstrang errichtet. In allen Phasen sorgt GASCADE als Projektträger für einen transparenten Prozess und offenen Dialog mit allen Beteiligten.

Wieviel Erdgas soll die EUGAL jährlich transportieren?

GASCADE plant die Leitung auf Basis des von den angrenzenden Marktgebieten gemeldeten künftigen Erdgasbedarfs. Derzeit gehen wir von einer Transportkapazität von maximal 51 Mrd. m³ pro Jahr aus. Die europaweite Markabfrage more capacity hat ergeben, dass die derzeit verfügbaren Transportkapazitäten zum Teil deutlich unter dem langfristigen Bedarf liegen. Aus Tschechien wurden zusätzliche 51 Mrd. m³ pro Jahr angefragt. Darüber hinaus benötigt Polen 11 Mrd. m³ pro Jahr. Es ist möglich, diese Menge über die geplante Verbindung von der EUGAL zur JAGAL und von dort nach Polen zu transportieren. Zudem besteht der Bedarf von 9 Mrd. m³ pro Jahr in Richtung der Niederlande sowie 11 Mrd. m³ pro Jahr in Richtung Westdeutschland. Letztere können über die indirekte Verbindung zur Ferngasleitung NETRA transportiert werden. 

Warum ist eine Doppelleitung notwendig?

Zählt man entlang der Versorgungskette von Erdgas sämtliche Emissionen zusammen, schneidet Erdgas unter den fossilen Energien am besten ab. Diese gute Umweltbilanz soll auch beim Pipelinebau unterstützt werden: Mit der Variante von zwei parallel verlegten Leitungen und nur einer Verdichterstation mindert GASCADE den CO2-Ausstoß beachtlich – um rund 1,5 Million Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Dies entspricht dem Ausstoß von über 800.000 PKW.

Im Gegensatz zu einer einzelnen Leitung mit mehreren Verdichtern vereint eine Doppelleitung die größte Wirtschaftlichkeit mit der besten Umweltbilanz. Als Bauherr und Betreiber einer großen Pipeline-Infrastruktur in Deutschland ist es stets unser Anliegen, den Bedarf für den deutschen Endverbraucher angemessen und kostengünstig auszubauen. Da wir ab Adelsdorf in Nordsachsen bestehende Kapazitäten für den Weitertransport bis an die tschechische Grenze nutzen können, ist geplant die EUGAL ab hier nur noch in einem Strang zu verlegen. 

Wie wird sichergestellt, dass durch den Bau der EUGAL die Umwelt nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird?

Der Schutz von Mensch, Natur und Umwelt hat für GASCADE immer Priorität. Beim Bau von Erdgasleitungen sind temporäre Eingriffe in Natur und Landschaft unvermeidlich. Unser Ziel ist es jedoch, die Standortbedingungen, die Bodenfruchtbarkeit und -struktur bestmöglich zu erhalten. Nach Abschluss der Rekultivierungs- und Renaturierungsarbeiten ist der Trassenverlauf in der Landschaft zwar noch wahrzunehmen. Durch umfassende Kompensationsmaßnahmen werden wir allerdings sowohl die temporären Einwirkungen der Bauphase als auch jene ausgleichen, die durch neue Betriebseinrichtungen entstehen.

Worum handelt es sich bei more capacity?

Die europaweite Marktabfrage more capacity ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE Gastransport GmbH, Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, der ONTRAS Gastransport GmbH, der Fluxys Deutschland GmbH und der NEL Gastransport GmbH. Sie hat zum Ziel, den künftigen Bedarf neuer Transportkapazitäten für H-Gas an den Grenzen des Marktgebietes GASPOOL zu ermitteln. Hierbei geht es um die langfristige Weiterentwicklung der Gasinfrastruktur zur Stärkung des europäischen Binnenmarkts. Mögliche Gasherkunftsländer stehen dabei nicht im Fokus. Die Abfrage ist bedarfsorientiert.

more capacity ist ein Pilotprojekt. Künftig sind solche Marktabfragen als Instrument im Rahmen der europäischen Regulierung geplant. Als nächstes wird 2017 eine verbindliche Kapazitätsauktion stattfinden, deren Ergebnis in den Netzentwicklungsplan Gas 2018 einfließen soll. 

Wird die EUGAL eine reine Transitleitung sein?

EUGAL schließt bestehende Lücken bei Erdgasbedarf und -transport und sorgt so dafür, dass das deutsche und europäische Erdgasnetz robuster und flexibler wird. Eine verlässliche Energiedrehscheibe mitten in Europa. Durch die direkte Anbindung an die bestehenden Ferngasleitungen JAGAL und NEL sowie die indirekte Anbindung an die NETRA ermöglicht die EUGAL den flexiblen Erdgastransport innerhalb Deutschlands in alle Richtungen, so dass Netzstabilität und Versorgungsicherheit in Deutschland und Europa deutlich erhöht werden. Unser Ziel im Sinne der Verbraucher ist ein durchlässiger, hochflexibler EU-Binnenmarkt. Dazu tragen wir mit dem kontinuierlichen Ausbau unserer Infrastruktur bei.