500.000 Quadratmeter neue Lebensfläche für Zauneidechsen

Schutz der Umwelt hat beim Bau hohe Priorität / Enger Austausch mit Umweltbehörden

Kassel. Fast 500.000 Quadratmeter neue Habitatsfläche, 68.500 Meter Zäune und mehr als 2200 umgesiedelte Tiere – der Schutz der Zauneidechsen hat an der EUGAL-Baustelle in Brandenburg einen sehr hohen Stellenwert.

Die Zauneidechse steht in Brandenburg auf der Roten Liste und ist streng geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Entsprechend intensiv war die Vorbereitung der mehrjährigen EUGAL-Bauphase. „Wir haben nach genauen Beobachtungen festgestellt, dass in Brandenburg auf 85 Kilometern der beantragten Trasse Zauneidechsenvorkommen vorhanden oder zu erwarten waren“, erklärt der bei der Firma GASCADE für die Genehmigungen in Brandenburg verantwortliche Michael Höhlschen.

Anhand der Daten wurden die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu einem umfassenden Konzept gebündelt. Das Management dieses Konzeptes war besonders anspruchsvoll, weil die die Zauneidechsen das ganze Jahr über in ihrem Lebensraum bleiben. Wichtigster Baustein: „Wir haben optimal ausgestattete Ausweichhabitate außerhalb des Arbeitsstreifens geschaffen“, so Michael Höhlschen. Dieser insgesamt rund 50 Hektar umfassende neue Lebensraum auf 43 Teilflächen entlang der Trasse musste vor Beginn der Bauarbeiten für die Tiere vorbereitet, also durch Elemente wie Baumstubben und Totholz aufgewertet werden.

Als weitere Maßnahmen wurden auf 68,5 Kilometer Länge Schutzzäune zwischen der Baustelle und den Ausweichflächen aufgestellt, so dass die Zauneidechsen einerseits vor einer Rückwanderung geschützt wurden und andererseits jederzeit selbstständig zu den neuen Flächen kommen konnten. Zudem wurden die im Arbeitsstreifen verbliebenen Tiere eingesammelt und umgesetzt.

Jede Maßnahme wird zudem von der Ökologischen Baubegleitung (ÖBB) vor Ort begleitet und überwacht. Die Ökologische Baubegleitung kontrolliert im Vorfeld der Bauarbeiten sowohl die Zäune als auch die Ausweichhabitate und den Bestand der dortigen Zauneidechsen. Während der Bauarbeiten sichert die ÖBB die Eidechsenpopulation durch regelmäßige Kontrollen der Rohrgräben und Baugruben und die Umsiedlung der im Arbeitsstreifen verbliebenen Tiere. Auch Nachbesserungen der neuen Lebensräume zählen zu ihren Aufgaben. Der regelmäßige Kontakt zwischen der ÖBB, GASCADE, den Baufirmen und den zuständigen Umweltbehörden sorgt für einen effektiven Schutz der sensiblen Tiere.

Wenn nach der Verlegung der EUGAL der Leitungsschutzstreifen im Wald wieder rekultiviert ist, wird dieser sonnige Streifen gerne von den Zauneidechsen angenommen, so dass weiterer Lebensraum für diese Tierart entstehen wird. Leitungsschutzstreifen bieten ideale Bedingungen für die Zauneidechse und andere sonnenliebende Tiere.