EUGAL: GASCADE stellt neue Leitung in Brandenburg vor

Informationsveranstaltungen entlang möglicher Trassenvarianten – offizieller Start des Raumordnungsverfahrens im Spätherbst geplant

Kassel. Das neue Leitungsprojekt EUGAL (Europäische Gas-Anbindungsleitung) stärkt die deutsche und europäische Energieversorgung. Bereits in vier Jahren soll EUGAL Erdgas flexibel und zuverlässig innerhalb Deutschlands, in Richtung Polen, aber vor allem nach Südosteuropa transportieren. Die rund 485 Kilometer lange Erdgasleitung wird von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis zur deutsch-tschechischen Grenze verlaufen.

Vorhabenträger des Projekts ist der Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE. In einem ersten Schritt hat das Unternehmen  gemeinsam mit Kommunen und Trägern öffentlicher Belange einen Projektrahmen für EUGAL erarbeitet. Diese Ansätze, die konkreten Planungs- und Beteiligungsschritte und das Projekt selbst sollen in den kommenden Wochen den Bürgerinnen und Bürgern entlang der möglichen Trassenvarianten vorgestellt werden. Die ersten Termine für Informationsveranstaltungen sind nun in Brandenburg geplant (siehe Terminübersicht). Die Termine für Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen folgen in Kürze.

„Als möglicher neuer Nachbar ist es uns wichtig, uns persönlich vorzustellen und zu hören, was die Menschen vor Ort bewegt. Denn ein Leitungsprojekt wie EUGAL ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, erläutert Ludger Hümbs, EUGAL-Gesamtprojektleiter. „Für uns haben Mensch, Natur und Sicherheit bei Planung, Bau und Betrieb oberste Priorität.“

Nach den Vorarbeiten der vergangenen Monate folgt im Spätherbst der nächste Projektschritt: der Start des offiziellen Raumordnungsverfahrens. Hierbei werden eine Vorzugstrasse und mögliche Alternativen geprüft. Bewertet werden die Auswirkungen der Trassenverläufe auf Mensch, Natur und Umwelt. Die Träger öffentlicher Belange haben die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Zudem werden die Unterlagen in den betroffenen Gemeinden und Landkreisen für die Öffentlichkeit ausgelegt. Mitte 2017 folgt das Planfeststellungsverfahren. Nach  der Genehmigung beginnt der Bau der Leitung, die überwiegend mit zwei Strängen geplant ist. Zunächst wird der erste Strang gebaut, dessen Inbetriebnahme für Ende 2019 geplant ist. Ein Jahr später wird der zweite Strang fertiggestellt. 

„Wir schließen mit EUGAL zum Teil erhebliche Lücken bei Bedarf und Transportkapazitäten“, erläutert Hümbs. Während Europas Erdgasbedarf bis 2035 leicht steigt, sinkt die europäische Eigenproduktion deutlich, so die Analyse des Europäischen Netzentwicklungsplans 2015. Europa ist mit einer wachsenden Importlücke von jährlich rund 170 Milliarden m³ Erdgas konfrontiert. Auch der langfristige Bedarf an Transportkapazitäten zwischen Deutschland und seinen Nachbarn liegt zum Teil erheblich über den derzeit verfügbaren Kapazitäten. Dies zeigt die Marktabfrage more capacity (www.more-capacity.eu), die zur Bedarfsermittlung initiiert wurde. 

Informationen zum Projekt EUGAL stehen auf der Internetseite www.eugal.de zur Verfügung.

Termine für die Informationsveranstaltungen

4. Oktober 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus, Schulstr. 7, 15926 Heideblick, OT Bornsdorf

5. Oktober 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Bürgerzentrum, Elsholzstr. 6, 15345 Rehfelde

6. Oktober 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Sporthalle Oderberg, Am Friedenshain 19, 16248 Oderberg

13. Oktober 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Bürgertreff, Hauptstr. 32, 15910 Rietzneuendorf-Staakow

14. Oktober 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Bindow-Treff "Alte Schule", Rudolf-Breitscheid-Str. 13, 15754 Heidesee, OT Bindow

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.