EUGAL im Dialog: Neue Erdgasleitung stellt sich künftigen Nachbarn in Sachsen vor

Informationsveranstaltungen im November – optimierte Trassenplanung mit nur einer Leitung ab Adelsdorf 

Kassel. Das neue Leitungsprojekt EUGAL (Europäische Gas-Anbindungsleitung) stärkt die deutsche und europäische Energieversorgung. Bereits in vier Jahren soll EUGAL Erdgas flexibel und zuverlässig innerhalb Deutschlands, in Richtung Polen, aber vor allem nach Südosteuropa transportieren. Die rund 485 Kilometer lange Erdgasleitung wird von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis zur deutsch-tschechischen Grenze verlaufen. 

Vorhabenträger des Projekts ist der Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE. In einem ersten Schritt hat das Unternehmen  gemeinsam mit Kommunen und Trägern öffentlicher Belange einen Projektrahmen für EUGAL erarbeitet. Diese Ansätze, die konkreten Planungs- und Beteiligungsschritte und das Projekt selbst sollen in den kommenden Wochen den Bürgerinnen und Bürgern entlang der möglichen Trassenvarianten vorgestellt werden. In Sachsen sind Informationsveranstaltungen Anfang November geplant (Terminübersicht siehe am Ende). 

„Als möglicher neuer Nachbar ist es uns wichtig, uns persönlich vorzustellen und zu hören, was die Menschen vor Ort bewegt. Denn ein Leitungsprojekt wie EUGAL ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, erläutert Ludger Hümbs, EUGAL-Gesamtprojektleiter. „Für uns haben Mensch, Natur und Sicherheit bei Planung, Bau und Betrieb oberste Priorität.“

Nach den Vorarbeiten der vergangenen Monate folgt in Sachsen im November der nächste Projektschritt: der Start des offiziellen Raumordnungsverfahrens. Hierbei werden eine Vorzugstrasse und mögliche Alternativen geprüft. Bewertet werden die Auswirkungen der Trassenverläufe auf Mensch, Natur und Umwelt. Die Träger öffentlicher Belange haben die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Zudem werden die Unterlagen in den betroffenen Gemeinden und Landkreisen für die Öffentlichkeit ausgelegt. Mitte 2017 folgt das Planfeststellungsverfahren. Nach der Genehmigung beginnt der Bau der Leitung.

Aufgrund der Ergebnisse weitergehender Untersuchungen zum technischen Konzept der EUGAL konnte die Trassenplanung optimiert werden. Für den Großteil Sachsens ist nun statt der ursprünglichen zwei Leitungsstränge nur noch ein Strang geplant. Die EUGAL wird somit bis zur Höhe der Station Adelsdorf im Norden Sachsens als Doppelleitung und ab dort als Einzelleitung geplant – bis zur Anbindung an das System des tschechischen Netzbetreibers Net4Gas in Deutschneudorf. Ausschlaggebend für die Verkürzung ist die Möglichkeit der Bereitstellung von nennenswerten Transportkapazitäten zur Übergabe an der deutsch-tschechischen Grenze über die bereits bestehende Gastransportinfrastruktur.  

„Wir schließen mit EUGAL zum Teil erhebliche Lücken bei Bedarf und Transportkapazitäten“, erläutert Hümbs. Während der europäische Erdgasbedarf bis 2035 noch immer leicht steigt, sinkt die europäische Eigenproduktion deutlich, so die Analyse des Europäischen Netzentwicklungsplans 2015. Europa ist mit einer wachsenden Importlücke von jährlich rund 170 Milliarden m³ Erdgas konfrontiert. Auch der langfristige Bedarf an Transportkapazitäten zwischen Deutschland und seinen Nachbarn liegt zum Teil erheblich über den derzeit verfügbaren Kapazitäten. Dies zeigt die Marktabfrage more capacity (www.more-capacity.eu), die zum Zweck der Bedarfsermittlung initiiert wurde. 

Termine für die Informationsveranstaltungen zum Projekt EUGAL in Sachsen

1. November 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Börse Coswig, Hauptstraße 29, 01640 Coswig

3. November 2016, 15:00 bis 20:00 Uhr
Huthaus, Fortuna Bernstein, Deutschkatharinenberg 14, 09548 Deutschneudorf

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.