EUGAL in Sachsen: Elbe wird gequert

Bauarbeiten in Sachsen schreiten planmäßig voran – Fertigstellung der Erdgasfernleitung 2019 geplant

Coswig / Kassel. „Wir haben heute in Coswig eine ganz besondere Herausforderung – wir durchqueren die Elbe mit unserer Leitung“, erklärt Ioannis Plakidis-Adamer, EUGAL-Bauleiter und zuständig für diese Baustelle. „Ein Team von insgesamt 50 Bauleuten hat mehr als zwei Monate daran gearbeitet, diesen Schritt möglich zu machen.“

„Wir ziehen einen zusammengeschweißten Rohrabschnitt von etwa 230 Metern Länge und einem Gewicht von mehr als 900 Tonnen mit Hilfe von einer Seilwinde durch die Elbe“, so Plakidis-Adamer. Im Fluss wurde dafür ein rund fünf Meter tiefer Graben ausgehoben. Nachdem die Leitung in den Graben gezogen ist, wird dieser wieder verfüllt. Die Pipeline liegt dann mindestens 2,50 Meter tief unter der Flusssohle der Elbe.
Die Leitung selbst hat einen Durchmesser von 1,40 Meter und ist im Bereich der Elbe zusätzlich mit Beton ummantelt. Die Schifffahrt setzt nach Beendigung der Bauarbeiten im Fluss ihren regulären Betrieb fort. Beanspruchte Flächen werden wieder in den Ursprungszustand versetzt. 

„Die Querung der Elbe ist ein wichtiger Baustein für die Verlegung in Sachsen“, erläutert EUGAL-Gesamtprojektleiter Ludger Hümbs. Seit der Genehmigung der Leitung im September dieses Jahres finden Bauarbeiten statt. Der sächsische Abschnitt der Leitung ist rund 106 Kilometer lang. Aktuell wurden in Sachsen rund 44 Kilometer Mutterboden abgezogen, zwölf Kilometer Rohre verschweißt und bereits sieben Kilometer Rohre in den Boden abgesenkt. Die Bauarbeiten zur Errichtung der Leitung sollen im Freistaat Ende 2019 abgeschlossen sein.

Den Hintergrund der EUGAL fasst Hümbs kurz zusammen: „Unsere eigene Erdgasförderung in Europa sinkt, der Importbedarf von Gas steigt.“ Der europäische Netzentwicklungsplan geht von einem Importbedarf von bis zu 183 Milliarden m³ Erdgas im Jahr 2035 aus. „Deshalb brauchen wir EUGAL. Durch ihre Verknüpfungen mit anderen Leitungen kann sie Gas flexibel transportieren – innerhalb Deutschlands, nach West- und Südosteuropa.“ EUGAL wird eine maximale Transportkapazität von 55 Milliarden m³ Erdgas pro Jahr besitzen. Deutschland verbraucht im Vergleich dazu rund 85 Milliarden m³ Gas pro Jahr.

Die EUGAL ist eine rund 480 Kilometer lange Ferngasleitung, die von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in den Süden Sachsens an die deutsch-tschechische Grenze verlaufen wird und zu großen Teilen aus zwei parallelen Leitungssträngen besteht. In Sachsen wird die EUGAL mit einem Strang gebaut und von Lampertswalde (Landkreis Meißen) in südlicher Richtung bis nach Deutschneudorf (Erzgebirgskreis) an der deutsch-tschechischen Grenze führen. Zudem ist in Deutschneudorf eine Erdgasexportstation mit Gasdruckregel- und Gasmessanlage geplant. Mit dem Bau der EUGAL reagiert GASCADE auf den steigenden europäischen Erdgas- und Transportbedarf. 

Informationen zum Projekt EUGAL stellt GASCADE online unter www.eugal.de zur Verfügung.

Die GASCADE Gastransport GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Gazprom, betreibt ein deutschlandweites Gasfernleitungsnetz. Die Netzgesellschaft bietet ihren Kunden mitten in Europa hochmoderne und wettbewerbsfähige Transportdienstleistungen über das unternehmenseigene Hochdruckfernleitungsnetz von über 2.400 Kilometern Länge an.

Das Pipeline-Projekt EUGAL setzt GASCADE gemeinsam mit den Fernleitungsnetzbetreibern Fluxys Deutschland GmbH, Gasunie Deutschland Transport Services GmbH und ONTRAS Gastransport GmbH um.