Planfeststellungsverfahren in Sachsen startet

Leitungsprojekt im Zeitplan – Auslegung der Antragsunterlagen ab Dezember 2017

Kassel. Die Europäische Gas-Anbindungsleitung (EUGAL) startet in Sachsen in eine neue Projektphase: Die Landesdirektion Sachsen eröffnete das Planfeststellungsverfahren für beide Teilabschnitte der EUGAL in Sachsen mit der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. In den Antragsunterlagen für das Leitungsprojekt werden u.a. alle zum Leitungsbau benötigten Grundstücke parzellenscharf dargestellt und die konkreten Eingriffe in Natur und Landschaft aber auch die möglichen Auswirkungen auf sonstige Schutzgüter ermittelt und bewertet. 

Neben den Trägern öffentlicher Belange, wie beispielsweise Städte und Gemeinden, werden zu einem späteren Zeitpunkt auch die Bürgerinnen und Bürger durch amtliche Bekanntmachungen in den vom Leitungsbauvorhaben berührten Kommunen eingeladen. Die Antragsunterlagen für den Planfeststellungsabschnitt Chemnitz sind vom 11. Dezember 2017 bis 10. Januar 2018 einzusehen, die Unterlagen für den nördlicheren Abschnitt liegen vom 13. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018 aus. 

Neben den Trägern öffentlicher Belange haben so auch die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken zum Vorhaben zu äußern. Die Frist zur Abgabe von Einwendungen und Stellungnahmen endet für die Bürger am 10. Februar 2018 (Abschnitt Chemnitz) beziehungsweise am 19. Februar 2018 (Abschnitt Dresden). Die zuständige Planfeststellungsbehörde berücksichtigt die eingehenden fachbehördlichen, kommunalen sowie privaten Stellungnahmen bei ihrer planerischen Abwägungsentscheidung. Der eigentliche Planfeststellungsbeschluss stellt dann den erfolgreichen Abschluss des Behördenverfahrens im rund 110 Kilometer langen sächsischen Abschnitt dar und berechtigt unter Beachtung der genehmigungsrechtlichen Bestimmungen zum Bau der Leitung.

„Die Umsetzung eines großen Infrastrukturprojekts wie EUGAL kann nur gemeinsam mit der Bevölkerung erfolgreich sein. Die Beteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eröffnet uns die Möglichkeit, weitere wichtige Hinweise zum Projekt zu erhalten“, so Ludger Hümbs, Gesamtprojektleiter EUGAL. Im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 stellte das Projektteam die Planungen zur Erdgasleitung in drei Städten und Gemeinden entlang des brandenburgischen Teilabschnitts einem breiten Publikum vor. 

Der sächsische Teilabschnitt der EUGAL verläuft von Lampertswalde (Landkreis Meißen) in südlicher Richtung bis Deutschneudorf (Landkreis Erzgebirgskreis) an der tschechischen Grenze. Um den Flächenverbrauch auf diesem Teilstück zu minimieren, soll die Leitung als Einzelstrang möglichst dicht zur bestehenden Erdgasfernleitung OPAL oder Leitungen Dritter verlegt werden. Die Leitung wird jährlich bis zu 51 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren können - mit dem Leitungsneubau reagiert GASCADE auf den steigenden europäischen Erdgas- und Transportbedarf.