Trassenplanung

So direkt und gebündelt wie möglich

Für die Planung einer Erdgasleitung gibt es im Kern zwei Grundsätze: So direkt und gradlinig wie möglich sowie gebündelt mit anderen Leitungen. Der direkte Weg ist nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive, sondern vor allem aus Umweltgesichtspunkten die beste Wahl. Die Bündelung einer neuen Leitung in einem schon vorhandenen Leitungskorridor ist zu Recht ein wichtiger raumordnerischer Grundsatz, um die freie Landschaft vor einer ungeordneten Planung zu schützen. Für die EUGAL bedeutet dies, dass sie möglichst  parallel zur Pipeline OPAL oder anderen Leitungen (Stromtrassen und unterirdisch verlegten Transportleitungen) gebaut werden sollte. 

Vorzugstrasse und Trassenvarianten

Ziel ist es, die Beeinträchtigung für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten. GASCADE kann hier auf wertvolle Erkenntnisse aus dem OPAL-Vorhaben zurückgreifen. Unabhängig davon werden im gesamten Trassenkorridor die raumordnerischen und kommunalen Belange sowie die umweltfachlichen Sachverhalte aktuell erhoben, geprüft und bewertet. Aus diesen kristallisieren sich dann die Vorzugstrasse und auch mögliche Trassenvarianten heraus. Erst mit der Planfeststellung erfolgt eine parzellenscharfe Festlegung der Leitungsachse und damit des Trassenverlaufs. Dieser kann dann in Teilbereichen von der Parallelführung mit der OPAL abweichen. 

Kriterien für die Umweltverträglichkeit

Die Planung einer Erdgasleitung sollte möglichst umweltverträglich sein. So werden verschiedene Trassenvarianten danach beurteilt, welche Auswirkungen sie auf diese Schutzgüter haben:

Schutzgüter Dabei werden die Auswirkungen betrachtet auf

Menschen

Wohnumfeld und Erholungsgebiete

Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt

Europäisches Schutzgebietsnetz Natura 2000, besonderer Artenschutz (Flora und Fauna), Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, landschaftsökologisch wertvolle Biotope und hochwertige Wald- und Gehölzbestände

Boden

Schutzwürdige Bodentypen

Wasser

Grundwasser sowie Oberflächengewässer

Landschaft

Landschaftsprägende Strukturen und Landschaftsbild

Kultur und sonstige Sachgüter

Kultur-, Bau- und Bodendenkmäler

Kriterien für die Raumverträglichkeit

In Deutschland werden Landschaften und Flächen in vielfältiger Weise genutzt. Es ist daher wichtig, eine neue Leitung im Einklang mit anderen – bereits vorhandenen oder schon geplanten – Raumnutzungen zu planen. Auch EUGAL soll raumverträglich sein. Hierzu prüfen die Planer, welche Auswirkungen eine neue Erdgasleitung hätte auf:

  • die Siedlungs- / Gewerbeentwicklung
  • ökologisch sensible Landschaftsbereiche / Biotope
  • Flächen für vorhandene und geplante Windenergieanlagen
  • zukünftige Flächen für die Rohstoffgewinnung