EUGAL im Dialog: Neue Erdgasleitung stellt sich künftigen Nachbarn in Mecklenburg-Vorpommern vor

Informationsveranstaltungen entlang der geplanten Trasse – EUGAL schließt Bedarfslücken

Kassel. Das neue Leitungsprojekt EUGAL (Europäische Gas-Anbindungsleitung) stärkt die deutsche und europäische Energieversorgung. Bereits in vier Jahren soll EUGAL Erdgas flexibel und zuverlässig innerhalb Deutschlands, in Richtung Polen, aber vor allem nach Südosteuropa transportieren. Die rund 485 Kilometer lange Erdgasleitung wird von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis zur deutsch-tschechischen Grenze verlaufen. In Mecklenburg-Vorpommern umfasst das Vorhaben zudem eine neue Erdgasempfangsstation in Lubmin. Hier wird künftig aus der Nord Stream 2 ankommendes Erdgas für den Weitertransport über die EUGAL und das europäische Fernleitungsnetz vorbereitet. 

Vorhabenträger ist der Kasseler Fernleitungsnetzbetreiber GASCADE. „Als möglicher neuer Nachbar ist es uns wichtig, uns persönlich vorzustellen und zu hören, was die Menschen vor Ort bewegt. Denn ein Leitungsprojekt wie EUGAL ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, erläutert Ludger Hümbs, EUGAL-Gesamtprojektleiter. „Für uns haben Mensch, Natur und Sicherheit bei Planung, Bau und Betrieb oberste Priorität.“

Im Rahmen der Informationsveranstaltungen ab Mitte November (siehe Terminübersicht) sollen den Bürgerinnen und Bürgern entlang möglicher Trassenvarianten deswegen die bisherigen und künftigen Planungsschritte sowie das Projekt selbst vorgestellt werden. 

Bisher hat die zuständige Behörde in Mecklenburg-Vorpommern die Vorzugstrasse und mögliche Alternativen im Rahmen einer landesplanerischen Anfrage geprüft. Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass EUGAL raumverträglich ist. Mitte 2017 folgt das Planfeststellungsverfahren, in dem der endgültige Trassenverlauf festgelegt und Stellungnahmen der Öffentlichkeit berücksichtigt werden. Das Verfahren endet mit einem Planfeststellungsbeschluss der zuständigen Behörde. Im Anschluss beginnt der Bau der Leitung, die bis Sachsen in zwei parallel verlaufenden Strängen geplant ist. Der erste Leitungsstrang wird nach Plan Ende 2019 in Betrieb genommen. Bevor ein Jahr später der zweite Strang fertiggestellt wird.

„Wir schließen mit EUGAL zum Teil erhebliche Lücken bei Bedarf und Transportkapazitäten“, erläutert Hümbs. Während der europäische Erdgasbedarf bis 2035 noch immer leicht steigt, sinkt die Eigenproduktion deutlich, so die Analyse des Europäischen Netzentwicklungsplans 2015. Europa ist mit einer wachsenden Importlücke von jährlich rund 170 Milliarden m³ Erdgas konfrontiert. Auch der langfristige Bedarf an Transportkapazitäten zwischen Deutschland und seinen Nachbarn liegt zum Teil erheblich über den derzeit verfügbaren Kapazitäten. Dies zeigt die Marktabfrage more capacity (www.more-capacity.eu), die zur Bedarfsermittlung initiiert wurde.

Termine für die Informationsveranstaltungen zum Projekt EUGAL

Jeweils von 16:00 bis 19:00 Uhr stehen wir für persönliche Gespräche zur Verfügung: 

Lubmin
14. November 2016
Kurverwaltung Seebad Lubmin, Großer Saal, Freester Str. 8, 17509 Seebad Lubmin

Anklam
15. November 2016
Regionale Schule „Käthe Kollwitz“, Aula, Baustr. 56 - 58, 17389 Anklam

Pasewalk
21. November 2016
Kulturforum Historisches U, An der Kürassierkaserne 9, 17309 Pasewalk

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.