Raumordnungsverfahren in Sachsen erfolgreich abgeschlossen

Landesdirektion Sachsen genehmigt Vorzugstrasse – Neues Leitungsprojekt voll im Zeitplan

Kassel. Die Landesdirektion Sachsen hat das Raumordnungsverfahren für den knapp 110 Kilometer langen Trassenabschnitt der Europäischen Gas-Anbindungsleitung (EUGAL) in Sachsen mit einer positiven Beurteilung abgeschlossen. Im Ergebnis des Raumordnungsverfahrens hat die Landesdirektion Sachsen die von GASCADE vorgeschlagene Vorzugsvariante als mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar erklärt. Ausschlaggebend war insbesondere, dass die Vorzugsvariante über weite Strecken innerhalb des bereits raumgeordneten Trassenkorridors der bestehenden OPAL-Leitung verläuft.

Das behördliche Verfahren ist die Entscheidungsgrundlage für die nun folgenden Planfeststellungsverfahren, die Mitte des Jahres ebenfalls unter Federführung der Landesdirektion Sachsen (Dienstsitz Chemnitz und Dresden) gestartet werden. Mit der neuen Leitung wird das Erdgastransportnetz im Herzen Europas robuster und flexibler: Die EUGAL wird auf einer Länge von rund 485 Kilometern von der Ostsee durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in den Süden Sachsens und dort an der Grenze zur Tschechischen Republik mit dem Netz des tschechischen Fernleitungsnetzbetreibers Net4Gas verbunden. Ende 2019 soll sie erstes Erdgas transportieren.

„Mit dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens in Sachsen sind wir einen wichtigen Schritt voran gekommen“, sagte Ludger Hümbs, Gesamtprojektleiter beim Projektträger GASCADE. Der Kasseler Fernleitungsnetzbetreiber verfügt ein 2.400 Kilometer großes Pipeline-System, das auf höchsten technischen Standards basiert, und in das die EUGAL integriert wird. „Die neue Pipeline stärkt nicht nur die europäische Erdgasversorgung. Durch neue Netzverknüpfungen und die Möglichkeit, Gasflüsse flexibler zu gestalten, erhöhen wir auch die Versorgungseinheit in Deutschland“, so Hümbs.

Der Pipeline-Bau soll Mitte 2018 starten. Der rund 110 Kilometer lange sächsische Abschnitt führt von Lampertswalde bis nach Deutschneudorf, wo EUGAL an das System des tschechischen Netzbetreibers Net4Gas angebunden wird. Um den Flächenverbrauch zu minimieren, soll die Leitung in enger Parallelführung zur 2011 in Betrieb genommenen Erdgasfernleitung OPAL oder anderen Transportleitungen verlegt werden. Durch eine optimierte Planung wird die EUGAL in Sachsen durchgängig ein Einzelstrang sein.

Bereits vor dem Start des Raumordnungsverfahrens erhielten die Menschen in Sachsen einen ersten Überblick über das Projekt: Das GASCADE-Projektteam stellte die Planungen zur Erdgasleitung bei Bürgerinformationsveranstaltungen in der Stadt Coswig und der Gemeinde Deutschneudorf vor. „Infrastrukturausbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Für uns ist der Dialog vor Ort eine Chance, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen sowie wichtige Planungshinweise zu bekommen“, so der für Sachsen zuständige Trasseningenieur Marco Breiding. So konnte beispielsweise auch der Standort der künftigen Gasdruckregel- und Gasmessanlage (GDRM-Anlage) in Deutschneudorf festgelegt werden.

Mit dem Leitungsneubau reagiert GASCADE auf den steigenden europäischen Erdgas- und Transportbedarf. Der europäische Netzentwicklungsplan TYNDP geht von einer jährlichen Importlücke von bis zu 183 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2035 aus. Zugleich zeigen feste Buchungen neuer Transportkapazitäten im Zuge der europaweiten Marktabfrage more capacity, dass der langfristige Transportbedarf zwischen Deutschland und seinen Nachbarn zum Teil erheblich über den verfügbaren technischen Kapazitäten liegt.